Definition
- Diese Materialgruppe besteht aus gehärtetem und vergütetem Stählen mit Härten von 45 – 68 HRC.
- Zu den verbreiteten Stählen gehören aufgekohlter Stahl (~60 HRc), Kugellagerstahl (~60 HRc) und Werkzeugstahl (~68 HRc). Harte Gusseisenarten schließen weißes Gusseisen (~50 HRc) und ADI/Kymenit (~40 HRc) ein. Konstruktionsstahl (40 – 45 HRc), Mn-Stahl und verschiedene Arten von Hartbeschichtungen, wie z.B. Stellite, P/M-Stahl und Hartmetall gehören ebenfalls in diese Gruppe.
- Das Hartdrehen fällt typischerweise in den Bereich von 55 – 68 HRC.
Zerspanbarkeit
- Gehärteter Stahl nimmt aus Bearbeitungssicht die kleinste Gruppe ein; das Schlichten ist der gebräuchlichste Vorgang. Spezifische Schnittkraft: 2550 – 4870 N/mm². Dieser Prozess bietet ausreichende Spankontrolle. Schnittkräfte und Energiebedarf sind ziemlich hoch.
- Das Material des Schneidwerkzeuges muss widerstandsfähig gegenüber plastischer Verformung (Warmfestigkeit) sein, chemische Stabilität (bei hohen Temperaturen) und mechanische Festigkeit aufweisen und resistent gegen Abrasionsverschleiß sein. CBN hat diese Eigenschaften und ermöglicht das Drehen anstatt des Schleifens.
- Gemischte oder Whisker-verstärkte Keramik kann beim Drehen ebenfalls eingesetzt werden, wenn das Werkstück eine mittelmäßige Oberflächengüte erfordert und die Härte zu hoch für Hartmetall ist.
- Hartmetall herrscht bei Fräs- und Bohranwendungen vor und wird bis zu einer Härte von ca. 60 HRc eingesetzt.
Haupteinsatzgebiete
Häufig eingesetzt bei: Antriebswellen, Getriebegehäusen, Lenkritzeln und
Stanzwerkzeugen.