Es gibt drei zu bestimmende Hauptfaktoren für die Festlegung der Zerspanbarkeit eines Werkstoffes.
- Klassifizierung des Werkstückstoffes aus metallurgischer/mechanischer Sicht.
- Die Geometrie der zu verwendenden Schneidkante auf Mikro- und Makroebene.
- Der Schneidstoff (Sorte) mit seinen passenden Komponenten, z.B. beschichtetes Hartmetall, Keramik, CBN, oder PCD usw
Diese Kriterien haben den größten Einfluss auf die Zerspanbarkeit des vorliegenden Werkstoffes. Andere Faktoren betreffen: Schnittdaten, Schnittkräfte, Wärmebehandlung des Werkstoffes, Oberflächenbeschaffenheit, metallurgische Einschlüsse, Werkzeughalter und allgemeine Bearbeitungsbedingungen usw.
Die Zerspanbarkeit wird nicht durch Sorten oder Zahlen definiert. Im weitesten
Sinne schließt sie 1. die Fähigkeit ein, einen Werkstückstoff zu bearbeiten, 2.
den Verschleiß, der an der Schneidkante erzeugt wird und 3. die zu erzielende
Spanbildung ein. In dieser Hinsicht ist ein niedriglegierter Kohlenstoffstahl im
Vergleich zu anspruchsvolleren austenitischen rostfreien Stählen einfacher zu
zerspanen. Der niedriglegierte Stahl wird also als besser zerspanbar betrachtet als der rostfreie. Das Konzept „gute Zerspanbarkeit“ bedeutet gewöhnlich ungestörter Zerspanvorgang und eine ordentliche Standzeit. Die meisten Berechnungen zur Zerspanbarkeit für ein bestimmtes Material werden anhand von praktischen Tests durchgeführt und die Ergebnisse werden in Bezug auf einen weiteren Test mit einem anderen Werkstoff unter fast denselben Bedingungen untersucht. In diesen Prüfungen werden auch noch andere Faktoren, wie z.B. Mikrostruktur, Klebeneigung, Werkzeugmaschine, Stabilität, Geräusch, Standzeit, berücksichtigt.