Die Zerspanungsbranche produziert eine riesige Auswahl an Bauteilen, die aus verschiedenen Werkstoffen bestehen. Jeder davon weist einzigartige Merkmale auf, die durch die Legierungsbestandteile, die Wärmebehandlung, die Härte usw. beeinflusst werden. Alle zusammen wirken sich in hohem Maße auf die Auswahl der Geometrie, der Sorte und der Schnittdaten des jeweiligen Schneidwerkzeuges aus.
Aus diesem Grund wurden Werkstückstoffe gemäß ISO-Norm in sechs Hauptgruppen unterteilt; jede Gruppe weist dabei ganz spezielle Eigenschaften hinsichtlich der Zerspanbarkeit auf.
ISO P – Stahl macht die größte Materialgruppe in der Metallbearbeitung aus; sie umfasst unlegierte und hochlegierte Werkstoffe, einschließlich Stahlguss. Normalerweise ist die Zerspanbarkeit gut, dies hängt allerdings beträchtlich
von der Materialhärte, dem Kohlenstoffgehalt u.a. Merkmalen ab.
ISO M – Rostfreie Stähle sind legierte Werkstoffe mit einem Mindestchromgehalt von 12 %; andere Legierungen können Nickel und Molybdän enthalten. Unterschiedliche Ausprägungen, wie z.B. ferritisch, martensitisch, austenitisch und austenitisch-ferritisch (Duplex) bilden so eine
große Familie. Gemeinsam ist all diesen Arten, dass die Schneidkanten in hohem Maße Wärme, Kerbverschleiß und Aufbauschneidenbildung ausgesetzt sind.
ISO K – Gusseisen ist im Gegensatz zu Stahl ein kurzspanender Werkstoff. Grauguss (GJL) und Temperguss sind relativ einfach zu bearbeiten, während Kugelgraphitguss (früher GGG, jetzt GJS), Gusseisen mit Vermiculargraphit (früher GGV, jetzt GVJ) sowie ADI (Austempered Ductile Iron) höhere
Ansprüche stellen. Alle Arten von Gusseisen enthalten SiC, was sehr abrasiv zur Schneidkante ist.
ISO N – NE-Metalle sind weichere Metalle, wie z.B. Aluminium, Kupfer, Messing usw. Aluminium mit einem Si-Gehalt von 13 % ist sehr abrasiv. Für Schneidplatten mit scharfen Schneidkanten können im Allgemeinen hohe Schnittgeschwindigkeiten und eine lange Standzeit vorausgesetzt werden.
ISO S – Warmfeste Superlegierungen (HRSA) beinhalten eine Vielzahl von hochlegierten Eisen-, Nickel-, Kobaltsowie Titanbestandteilen. Sie sind klebrig, bilden eine Aufbauschneide, erhärten durch die Bearbeitung und erzeugen Wärme. Sie ähneln denen im ISO M-Bereich, sie sind aber schwieriger zu zerspanen und senken die Standzeit der Schneidplattenkanten.
ISO H – Diese Gruppe umfasst Stähle mit einer Härte zwischen 45-65 HRc sowie Kokillenhartguss von ca. 400-600 HB. Ihre Härte macht sie schwer bearbeitbar. Die Werkstoffe erzeugen beim Schneiden Wärme und sind sehr
abrasiv für die Schneidkante.