Kantenfräsen - Peripheriefräsen


​Tatsächlich ist das Fräsen einer Kante eine Peripheriefräsbearbeitung, die in konturgebenden Arbeitsgängen durchgeführt wird. Scheibenfräsen und Kantenfräsen sind Optionen des Peripheriefräsens.

 

Auswahl der Werkzeuge

  • Dünne Kanten werden normalerweise mit Schaftfräsern hergestellt.
    Tiefere oder stärkere Kanten werden mit Schaftfräsern durch wiederholtes Eckfräsen oder mit Walzenstirnfräsern in einem Durchgang erzeugt.
  • Zur effektiven Bearbeitung von Schultern mit einer Tiefe von 2 x D eignen sich Walzenstirnfräser oder CoroMill Plura Vollhartmetallfräser. Für solche tieferen Schultern oder starken Werkstückkanten empfiehlt sich eine radiale Schnitttiefe von 0,5 x D.
  • Scheibenfräser können auch zum Kantenfräsen oder Peripheriefräsen
    eingesetzt werden.
  • Ein großer Spiralwinkel gewährleistet, dass sich eine ausreichende Anzahl Fräserzähne im Eingriff befinden und erzielt eine sanfte Schneidwirkung zum Kantenfräsen bei geringen radialen Schnitttiefen.
  • Ein Fräser mit enger oder extra enger Teilung eignet sich besonders gut zum Kantenfräsen. Das gilt auch für das Fräsen von dünneren Kanten oder flachen Absätzen mit 90º-Schaftfräsern.

 

Korrekte Anwendung

​Oberflächengüte – radial erzeugt

 

​Weist der Fräser keinen Rundlauffehler auf, dann ist die Rautiefe h gleich groß und kann anhand folgender Formel berechnet werden:
​Weist der Fräser einen Rundlauffehler auf, hängen der Vorschub pro
Zahn fz und folglich auch die Rautiefe h vom Rundlauffehler TIR ab.
​Surface with and without run-out.

​Wie bereits erwähnt kann - vor allem bei geringer radialer Schnitttiefe - die Oberflächengüte und die Vorschubgeschwindigkeit limitieren.

Wenn die Seite eines Schaftfräser zum Fräsen eines Profils verwendet wird, entsteht ein ‘Wellenprofil’. Die Höhe h der Spitzen (bzw. die Rautiefe) wird bestimmt von:

  • Fräserdurchmesser, Dc
  • Vorschub pro Zahn, fz
  • Rundlauffehler (total indicator readout, TIR).


Fräser mit Wendeschneidplatten haben stets einen höheren Rundlauffehler, als Vollhartmetallfräser. Und je größer der Fräserdurchmesser, desto größer die Anzahl der Zähne und desto größer auch die Rautiefe.

Zur Erzielung der bestmöglichen Oberflächengüte:

  • Vollhartmetallfräser CoroMill Plura oder CoroMill 316 wählen.
  • Hochpräzisions-Kraftspannfutter (CoroGrip oder HydroGrip) mit Coromant Capto Kupplung verwenden.
  • Kürzestmöglichen Überhang wählen.

 

Vorschubempfehlungen (außerhex):

  • Fräser mit Wendeplatten, Startwert fz = 0,15 mm/Zahn
  • Vollhartmetallfräser, Startwert fz = 0,10 mm/Zahn

Hinweis: Die geringste Oberflächengüte wird erzielt, wenn aufgrund des hohen Rundlauffehlers des Fräsers nur eine Schneidkante die Oberfläche erzeugt.

 

Checkliste und Hinweise für die Anwendung

  • Ein kritischer Faktor beim Peripheriefräsen ist, einen geeigneten Vorschub pro Zahn fz zu ermitteln.
  • Der Vorschub fz, muss den Fräsereingriff ausgeichen, welcher die Spandicke beeinflusst.
  • Der Vorschub pro Zahn fz, muss mit dem Korrekturfaktor multipliziert werden.
  • Dadurch ist eine höhere Vorschubgeschwindigkeit mit kleinerem Eingriffsbogen möglich. Gleichzeitig wird sichergestellt, dass die Spandicke groß genug ist.
  • Der Korrekturfaktor ist jedoch nicht immer auf diese Weise anwendbar: die
    Oberflächenbeschaffenheit und die Hebetendenz des Werkzeugs können die Vorschubgeschwindigkeit limitieren.