Spanformung


Der radiale Eingriff der Schneidkante in das Werkstück lässt sich in drei unterschiedliche Phasen unterteilen:

1. Eintritt in den Schnitt
2. Eingriffsbogen
3. Austritt aus dem Schnitt​

 

1. Eintritt in den Schnitt

  • Der unempfindlichste der drei Phasen bei der Verwendung von Hartmetall-Wendeschneidplatten.
  • Hartmetall bewältigt die Druckspannung des Stoßes beim Eintritt durch einen dickeren Span.​

 

2. Austritt aus dem Schnitt

  • Der Austritt aus dem Werkstück ist der empfindlichste Bereich.
  • Durch einen dicken Span am Austritt wird die Standzeit des Werkzeugs beim Einsatz von Hartmetall-Wendeschneidplatten drastisch reduziert. Der Span wird am Ende des Schnitts nicht ausreichend unterstützt. Der Span biegt sich, und die dadurch entstehende Zugbelastung kann einen Schneidkantenbruch verursachen.

 

3. Eingriffsbogen

  • Der maximal mögliche Eingriffswinkel beträgt 180° (ae = 100% Dc) beim Nutenfräsen.
  • Beim Schlichten kann der Eingriffswinkel sehr klein sein.
  • Deshalb variieren die Anforderungen an die Sorte entsprechend des prozentualen radialen Eingriffsverhältnisses ae/Dc.
  • Je größer der Eingriffswinkel, desto mehr Wärme wird in die Schneidkante geleitet.
  • Bei einem großen Eingriffswinkel bieten CVD-beschichtete Sorten den besten Wärmeschutz.
  • Bei einem kleinen Eingriffswinkel ist die Spandicke im Normalfall geringer, und die schärfere Schneidkante bei PVDbeschichteten Sorten erzeugt weniger Wärme und geringere Schnittkräfte.​

 

Großer (max.) Eingriffsbogen

  • Lange Eingriffszeit
  • Hohe radiale Schnittkräfte
  • Mehr Wärme wird erzeugt
  • CVD-beschichtete Sorten

Kleiner Eingriffsbogen

  • Kurze Eingriffszeit und weniger Wärme => vc größer
  • Dünnerer Span => fz größer
  • Höhere vc und höherer fz möglich
  • Scharfe Schneidkanten
  • PVD-beschichtete Sorten​

 

Überblick über Fräserpositionen

  • Große Spandicke beim Austritt vermeiden.
  • Den Fräser nicht symmetrisch auf der Mittellinie positionieren.
  • Wenn der Fräser leicht außermittig (nach links) verschoben ist, wird eine konstantere Richtung der Schnittkräfte erzielt und die Vibrationsneigung minimiert.
  • Der Fräserdurchmesser Dc, sollte 20%-50% größer als Schnittbreite ae sein.
  • Die verfügbare Spindelleistung muss ebenfalls berücksichtigt werden, weil sie die Wahl der Fräserteilung beeinflusst.​

 

 
  • Fräser Dc sollte +20-50% größer als ae sein
  • Den Fräser außermittig (nach
    links versetzt) positionieren, um eine größere Spandicke beim Eintritt zu erzielen.​
  • Positionierung des Fräsers auf Mittelachse kann Vibrationen
    verursachen​