Globalen Druck in praktisches Handeln umsetzen
Wertstoffe werden als „Siebte Ressource“ der Welt anerkannt

Wertstoffe gelten als „Siebte Ressource“ der Welt, neben Wasser, Luft, Kohle, Öl, Erdgas und Mineralien. Für die verarbeitende Industrie ist diese Anerkennung zunehmend sowohl ein Wettbewerbsfaktor als auch eine Frage der ökologischen Verantwortung. In einer Welt, die von Materialknappheit, Volatilität in der Lieferkette und ständiger Prüfung der Umweltauswirkungen geprägt ist, ist Recycling zu einer strategischen Priorität geworden. Anlässlich des Global Recycling Day 2026 erläutert Patrik Eurenius, Head of Sustainability and EHS bei Sandvik Coromant, Anbieter von Fertigungslösungen und Zerspanung-experte, wie Hersteller die geschäftlichen Vorteile nutzen können, indem sie ihre Nachhaltigkeitsambitionen in operatives Handeln überführen.
Ein globales Recyclingsystem unter Druck
Laut dem neuesten Circularity Gap Report 2025 stammen nur 6,9 % der jährlich von der Weltwirtschaft verwendeten Materialien aus recycelten Quellen, was zeigt, dass der Einsatz von recyceltem Material trotz wachsendem Bewusstsein noch sehr gering ist. Darüber hinaus sind viele Industriemetalle geografisch konzentriert, wodurch Hersteller geopolitischen und preislichen Risiken ausgesetzt sind.
Weltweit gibt es etwa sieben Millionen Tonnen Wolframreserven – ein Kernmaterial für Hartmetallwerkzeuge – daher ist die langfristige Sicherung der Versorgung von entscheidender Bedeutung. Dieser Werkstoff macht rund 75 % des Hartmetalls aus, weshalb seine Verfügbarkeit und Preisstabilität direkte Auswirkungen auf Werkzeughersteller und deren Kunden haben.
Mit der Digitalisierung und dem Wachstum der Industrie steigt die Nachfrage nach Hochleistungswerkstoffen. Da Bergbau und Primärgewinnung sowohl kohlenstoffintensiv als auch ökologisch anspruchsvoll sind, sollte Recycling nicht nur als Abfallbewirtschaftung betrachtet werden. Es ist außerdem ein strategisches Instrument zur Ressourcenschonung und zur Stärkung der langfristigen Resilienz.
Messbare Veränderungen in der Fertigung
Obwohl Netto‑Null‑Roadmaps, die Reduzierung von Scope‑3‑Emissionen und Verpflichtungen zur Kreislaufwirtschaft Hersteller dazu veranlasst haben, ehrgeizige Nachhaltigkeitsziele zu setzen, ist die Branche noch weit davon entfernt, diese in den täglichen Betrieb zu überführen.
Die heutige Herausforderung besteht zunehmend darin, einen klaren Geschäftswert nachzuweisen – insbesondere in einem Markt, der mit Kostendruck und Lieferunsicherheit konfrontiert ist. Für Hersteller bedeutet das, sicherzustellen, dass Nachhaltigkeitsinitiativen auch betriebliche und wirtschaftliche Vorteile bringen. Die zirkuläre Fertigung ist ein Bereich, in dem sich Umweltziele und wirtschaftlicher Nutzen verbinden lassen. Dabei geht es um die Rückgewinnung und Wiederaufbereitung hochwertiger Materialien wie Hartmetall, um die Abhängigkeit von Neumaterial zu verringern und den eingebetteten CO₂‑Ausstoß in Werkzeugen und Komponenten zu reduzieren.
In einer Zeit, in der die Wolframpreise Rekordhöhen erreichen, kann die Materialrückgewinnung Herstellern helfen, Kosten zu kontrollieren und die Versorgungssicherheit zu verbessern. In der Präzisionsbearbeitung, in der Materialleistung nicht kompromittiert werden darf, ist dies von zentraler Bedeutung. Die Möglichkeit, wertvolle Materialien zurückzugewinnen und gleichzeitig Qualitätsstandards einzuhalten, ist ein praktischer Weg, Nachhaltigkeitsziele mit betrieblicher Widerstandsfähigkeit zu verbinden.
Damit aus Absichten operatives Handeln wird, muss Recycling in die Kernarbeitsabläufe integriert werden und darf nicht als externes Nachhaltigkeitsprojekt behandelt werden. Das erfordert transparente Logistik, verlässliche Aufbereitung und messbare Wirkungsdaten, die Einkaufs- und Berichtentscheidungen fundiert unterstützen können.
Zirkuläre Produktion in der Praxis
Hartmetall gilt seit Langem als Werkstoff, der sich gut für die zirkuläre Fertigung eignet. Sandvik Coromant fördert das Recycling von Hartmetall seit Jahrzehnten und kennt den Wert der Rückgewinnung von Wolfram und anderen Werkstoffen aus verschlissenen Zerspanungswerkzeugen.
Der Großteil einer Hartmetallwendeschneidplatte lässt sich mit zwei Methoden recyceln. Beim mechanischen Recycling werden verschlissene Werkzeuge zerkleinert, gemahlen und gereinigt; chemische Prozesse nutzen Säuren oder Oxidationsröstung, um Ammoniumparawolframat (APT), ein hochreines Zwischenprodukt, zu erzeugen. In beiden Fällen erreicht das zurückgewonnene Wolfram Eigenschaften, die denen von neu gewonnenem Material gleichwertig oder ähnlich sind, sodass es für die Herstellung neuer Zerspanungswerkzeuge wiederverwendet werden kann. Andere Werkstoffe, etwa Kobalt, werden verantwortungsvoll von spezialisierten Recyclingpartnern verwaltet.
Als Reaktion auf den Global Critical Minerals Outlook 2025 der Internationalen Energieagentur (IEA) sagte Jennifer Layke, Global Director beim World Resources Institute: „Recycling ist nicht nur Abfallumleitung – es ist Teil der Stärkung der Materiallieferketten. Wir müssen … Wege finden, weniger abzubauen – indem wir Mineralien aus Altprodukten recyceln, übersehene Abfallströme nutzen und Systeme entwickeln, die mit weniger Materialien auskommen.“ Diese Aussagen unterstreichen, warum Kreislaufprogramme wie Rückkaufprogramme für Hartmetall zu operativen Prioritäten werden sollten, die Produktion und Entscheidungsprozesse anführen.

Zirkularität messbar machen
Bei Sandvik Coromant ist die zirkuläre Fertigung durch das Rückkaufprogramm für Hartmetall verankert: Hersteller können abgenutzte Wendeschneidplatten und Vollhartmetallwerkzeuge zurückgeben, damit das Material zurückgewonnen und zu neuen Produkten verarbeitet werden kann. Kunden erhalten Recyclingbehälter, die mit gebrauchten Hartmetallwerkzeugen gefüllt und nach dem Befüllen abgeholt werden, wodurch ein unkomplizierter Weg zur Materialrückgewinnung innerhalb normaler betrieblicher Abläufe entsteht. Das zurückgewonnene Material wird zum aktuellen Marktpreis angekauft, sodass Hersteller Einnahmen aus verschlissenen Werkzeugen erzielen können, die sonst verschrottet würden.
Durch den Ankauf gebrauchter Wendeschneidplatten und deren Wiederverwendung in der Produktion neuer Werkzeuge schafft Sandvik Coromant einen wertvollen geschlossenen Materialkreislauf zwischen Bearbeitungsprozessen und Werkzeugherstellung.
Die Vorteile der Herstellung von Werkzeugen aus recyceltem Hartmetall zeigen sich auch in der signifikanten Reduzierung der Kohlendioxidemissionen im Vergleich zur Herstellung aus Neumaterial, während Wolfram und andere wertvolle Ressourcen im Umlauf bleiben. Nach internen Berechnungen von Sandvik Coromant werden rund 85 % der im Produktportfolio verwendeten Materialien recycelt; das Unternehmen hat sich ein Ziel von 90 % Kreislauffähigkeit bis 2030 gesetzt.
Der Global Recycling Day erinnert daran, dass Ressourcenschonung eine gemeinsame Verantwortung ist. Für Hersteller muss der Fokus jedoch über reines Bewusstsein hinausgehen. Recycling geht längst nicht mehr nur um Abfallmanagement – es geht um Ressourcen- und Verantwortungsmanagement. Die Zukunft der nachhaltigen Fertigung wird nicht allein durch Ambitionen bestimmt, sondern durch die Systeme, die wir schaffen, um Kreislaufwirtschaft tatsächlich umzusetzen.
Um mehr über die Nachhaltigkeitsinitiativen von Sandvik Coromant zu erfahren, besuchen Sie sandvik.coromant.com/sustainable-business/.
Sandvik Coromant
Zusammen mit unseren Kunden und Partnern liefert Sandvik Coromant Werkzeuglösungen für die weltweiten Ingenieurbranchen. Mehr als acht Jahrzehnte praktischer Erfahrung haben uns umfassendes Wissen in der Metallzerspanung und Zerspanung vermittelt. Dieses Know-how verwandelt jede Herausforderung in eine Chance für Innovation, Zusammenarbeit und fortschrittliche Lösungen. Wir streben danach, positiven Wandel zu bewirken, indem wir Effizienz und Wachstum fördern und so eine Zukunft gestalten, in der Innovation gedeiht. Als Teil des globalen Industrietechnikkonzerns Sandvik gestaltet Sandvik Coromant die Zukunft gemeinsam.
Weitere Informationen finden Sie auf www.sandvik.coromant.com oder in den sozialen Medien.
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